Haus R.

 

 

Typ:
Jahr:
Kunde:
Zusammenarbeit mit:
Neubau
2017 – 2019
Winterthur
Bovet Bauen und Beraten GmbH

Ausgangslage. Die Parzelle SE/10498 wird durch mehrere Parameter definiert. Die Strasse entlang der westlichen Grenze bildet die Haupterschliessung und die Zufahrtstrasse zur Überbauung entlang der südlichen Grenze eine Sekundärerschliessung. Der leichte Südhang des Grundstücks ist zu den Erschliessungsstrassen stark geböscht und zu den Nachbargrundstücken im Nord-Osten teilweise mit einer Naturmauer abgeschlossen.
Das gewünschte Raumprogramm der Bauherren sind zwei schwellenlos erschliessbare Wohneinheiten auf jeweils nur einem Niveau. Somit sollen die Wohnungen Alternativen zu den heute bewohnten Einfamilienhäusern bieten und auch bis ins hohe Alter bewohnbar bleiben.

Setzung. Das Gebäude nutzt die natürliche Topografie und die oben erwähnten Parameter zu seinem Vorteil. Es bildet zwei selbständige Einheiten mit eigener Erschliessung und Adresse. Die untere Wohnung hat ihren Zugang nordwestlich von der Strasse her. Die obere Wohnung nutzt das Nutzungsrecht der geneigten Privatstrasse mit Eingang im Süd-Osten. Dadurch können beide Einheiten separat über die bestehenden Strassen erschlossen werden. Somit sind die zwei Geschosse unabhängig und es gibt keine innere Verbindung oder Erschliessung. Da das Gebäude rückwertig in den Hang gebaut ist, kann auf ein Untergeschoss verzichtet werden und Nebenräume rückwertig platziert werden. Das Volumen passt sich damit in den Hang ein und wird von Nordosten als eingeschossiger Pavillon gelesen.

Raumprogramm. Ein gedeckter Autoabstellplatz befindet sich jeweils direkt neben den Hauszugängen. Die Wohnungen haben eine Eingangszone mit Einbaugarderobe. Dann öffnet sich der Raum und bildet zwei Wohnzonen aus. Eine Zone mit offener Wohnküche und Essbereich und eine Wohnzone. Diese Zonierung passiert natürlich über den Einschnitt an der süd-westlichen Ecke für den gedeckten Sitzplatz oder Balkon. Eine grosse Schiebetüre verbindet den Wohnbereich mit einem grosszügigen Zimmer. Dieses Zimmer ist wegen seiner offenen Süd- resp. Westausrichtung vor allem für eine Tagesnutzung gedacht. Dank der grossen Öffnung zum Wohnzimmer kann es flexibel teil des Wohnbereichs werden. Im strassenabgewandten Teil des Gebäudes befinden sich für jede Wohnung zwei Schlafzimmer mit Nasszellen. Im Erdgeschoss erhalten diese Tageslicht über einen privaten Lichthof. Dieser erlaubt auch in der Nacht die Öffnung der raumhohen Fenster.
Beide Wohnungen verfügen über 3 Nasszellen: Ein separates Gäste-WC und zwei Bäder. Das eine Bad besteht aus Badewanne und Doppellavabo, das zweite Bad aus Dusche, Lavabo und WC. Letzteres kann optional als Ensuite-Bad dem grossen Schlafzimmer zugeordnet oder separat über den Korridor erschlossen werden. Beide Wohnungen verfügen über ein geheiztes Reduit mit Waschturm. Im Erdgeschoss sind die Nebenräume rückwertig im Hang. Im Obergeschoss bildet sich eine separate Einheit aus offener Garage mit Nebenraum, angebunden an die neu erstellte Stützmauer zu den nordöstlichen Parzellen. Das Reduit in der Wohnung ist daher grösser als im Erdgeschoss.

Architektur und Materialisierung. Die Architektur des Gebäudes soll sich in das Einfamilienhausquartier einfügen und dem Gebäude einen Massstab verleihen, der Bezug auf die Nachbargebäude nimmt. Es bildet das geografische Verbindungsstück zu grösseren Überbauungen im Süden und Westen zu den klassischen Einfamilienhäusern nach Norden und Osten.
Zusammen mit den Beton-Geschossbändern des Obergeschosses und Dachrands des Flachdachs bildet das Stützenraster eine Skelett-Struktur. Im nordöstlichen Teil wird das Raster mehrheitlich durch geschlossene, glatt-verputzte Fassadenteile gefüllt und durch raumhohe Fenster unterbrochen. In den Wohnbereichen wird die Struktur dann mehrheitlich mit Glas gefüllt und löst sich schliesslich bei den Balkonen in eine reine Tragstruktur auf.
Der sommerliche Wärmeschutz wird in den offenen Bereichen durch schiebbare Holzläden erzeugt. Sie bringen zusätzlich Privatsphäre und bilden eine warmtonige Ergänzung zur dezenten Fassade.
Der Innenraum im Eigentumsstandard mit hochwertigen Materialen ausgestattet. Helle Farben und warmes Holz bilden eine schlichte und behagliche Atmosphäre. Die weissen Küchenhochschränke und Einbauten werden Teil der Wand, die Parkettböden schaffen ein angenehmes Raumklima. Der Ausbau soll eine zurückhaltende Kulisse für eine individuelle Möblierung und Gestaltung der Wohnungen bieten.

Skills: Architektur