Soho

 

 

Typ:
Jahr:
Ort:
Zusammenarbeit mit:
Design Research Bartlett (London)
2016
Soho, London
Julen Aguinagalde, Tasos Theodorakakis

Aufgabenstellung. Ein bestimmter Stadtteil von London soll dokumentiert und seine Geschichte analysiert werden. Dabei soll die Essenz der Nachbarschaft identifiziert und durch einen gestalterischen Entwurf bereichert werden.

Recherche. Als Grundlage für das Projekt dient eine fundierte Recherche über das Quartier Soho in London. Dabei wird dessen Entwicklung vor allem unter dem Aspekt der urbanen Kolonisation untersucht. Der ganze Stadtteil ist innert weniger Jahrzehnten Ende des 17ten Jahrhunderts entstanden, gebaut für die untere Arbeiterschicht. Zusätzlich ist Sohoʹs Charakter geprägt von mehreren Immigrationswellen. Über die Jahre haben die verschiedensten Gruppen Soho besiedelt und dessen Wesen geprägt. Sie bilden die verschiedenen Schichten, welche zum Teil heute noch sichtbar sind. Da die Nachbarschaft immer schon als heruntergekommen und zu meiden galt, wurde sie durch heftige städtebauliche Massnahmen immer mehr isoliert. Im 18ten Jahrhundert wurde die Oxford Street verstärkt, die prunkvolle Regent Street gebaut und später auch die Shaftsbury Avenue und Wardour Street ergänzt. Diese haben Sohoʹs dunkle Strassen abgeschnitten, was ihnen aber einen eigenen Charakter verliehen hat. Mit dem starken Zuwachs an Tourismus im letzten Jahrhundert, wird die Nachbarschaft zunehmendes von der Gentrifizierung bedroht. Anstatt Teil des Systems zu werden, wirkt dieser neue Einwanderer (im Projekt Ecosystem genannt) eher als zerstörendes Virus. Ursprüngliche Bewohner und Betriebe werden mehr und mehr verdrängt und Soho ist in der Gefahr seinen Charakter zu verlieren.

Entwurf. Der Designvorschlag sieht daher 6 konzeptionelle Interventionen vor, welche den Hauptcharakter von Soho (Dichte, Vielfalt, Originalität und Farbigkeit) stärken sollen. Alle stehen in Verbindung mit der neuen U-bahn Linie, welche 2 neue Ankunftsorte schaffen wird. Soho ist zwar sehr dicht, mit engen Strassen und vielen Menschen, doch in der dritten Dimension gibt es viel Potential um neue Räume zu schaffen, welche vom Tourismus nicht so einfach eingenommen werden können.

Skills: Architektur, Studium